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Neulich orakelte ich, dass wir uns auf Mond oder Mars ansiedeln, wenn uns die Erde zu schmutzig wird.
Eine zweifelhafte Vison, angesichts des zunehmend verschmutzten Weltraums, den wir passieren müssen, um andere Planeten bewohnbar zu gestalten.
Schon jetzt geben Wissenschaftler Müllalarm fürs All. Und wer ist schuld? Wir. Weil wir seit Jahrzehnten Weltraumschrott hinterlassen. Schrott, der auf Schrott trifft und sich dabei auf fatale Weise vervielfacht. Angereichert mit immer neuem Schrott, den wir hinterlassen.
Abfall gefährdet Internationale Raumstation und Satelliten
Dass Weltraumschrott Satelliten gefährdet, ist seit langem bekannt. Jetzt hat die NASA erstmals genau festgestellt, wer am meisten Müll im Orbit hinterlassen hat. Die größte Zahl von Abfall stammt demnach von ehemaligen sowjetischen und chinesischen Satelliten. Kein Grund, den Finger draufzulegen und sich in Europa als Weißmacher hinzustellen. Prognosen zeigen: Europa könnte schon bald zum größten Verschmutzer werden.
Erst jetzt konnte die US-amerikanische Raumfahrtbehörde den Weltraum-Abfall identifizieren, der fast zu einer Kollision mit der Internationalen Raumfahrtstation ISS geführt hat. Das Objekt stammt vom 2007 abgeschossenen chinesischen Wettersatelliten Fengyun 1C. Die russische Luftfahrtbehörde erklärte danach, dass die Gefahr gebannt sei und gab grünes Licht. Im Zuge des Orbital Debris Programm konnte die NASA insgesamt 19.000 Objekte, die größer als zwölf Zentimeter sind, ausmachen. Allein vom chinesischen Satelliten konnten 2.841 Teile identifiziert werden. All diese Objekte sind eine ernstzunehmende Gefahr für Satelliten und die ISS.
Einzelne Schraube kann große Schäden anrichten
"Selbst eine einzelne Schraube kann immense Schäden an einem Satelliten verursachen", so Wolfgang Baumjohann, Direktor des Instituts für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften http://www.iwf.oeaw.ac.at, im pressetext-Interview. Man könne das mit der Geschwindigkeit einer Gewehrkugel vergleichen. Dass der Orbit vom Müll gereinigt wird, ist für den Experten nahezu unvorstellbar. "Das ist so, wie wenn man das Meer vom Plastikmüll befreien wollte."
Die Sprengung des chinesischen Satelliten ist nur ein Abschnitt in der Geschichte der Weltraumforschung. "Ähnliches haben auch die Russen und die Amerikaner zuvor gemacht", erklärt Baumjohann. "Bis vor einigen Jahren hat man über das Problem nicht wirklich nachgedacht", meint der Experte. Die ISS sei insofern weniger gefährdet, da sie Triebwerke zum Ausweichen hat.
Wenn Müll mit Müll kollidiert
Ein gewaltiges Problem stellen unkontrolliert fliegende Abfallteile dar, die miteinander kollidieren. "Wenn so viel Schrott da ist, gibt es logischerweise auch mehr Kollisionen. Und jede dieser Kollisionen führt dazu, dass noch mehr Schrott entsteht." Durch diese Instabilität könnte es zum exponentiellen Anwachsen von immer mehr Schrotteilen kommen.
Europa könnte schon bald den überhaupt größten Müllanteil im All hinterlassen. In drei Jahren wird der ESA Erdbeobachtungssatellit Envisat mit seinem Gewicht von neun Tonnen ausrangiert und zum Verglühen gebracht. Die Gefahr, dass er dabei mit der ISS kollidiert, ist zwar gering. Experten warnen jedoch davor, dass er mit großen Abfallteilen wie Raketensegmenten oder anderen alten Satelliten zusammenstoßen könnte. Ein solches Ereignis würde zu einer verhängnisvollen Kettenreaktion führen.
Die einzige Möglichkeit passgenauer auf die Ereignisse im All zu blicken, sind immer genauere Radarsysteme, die immer kleinere Abfallteile orten und zurückverfolgen können. "Im All gibt es den Ehrenkodex, dass die Betreiberländer auch zur Beseitigung ihrer nicht mehr verwendeten Satelliten zu sorgen haben", erklärt Baumjohann.
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